Mut zu neuen Wegen

In Ägypten entsteht die größte Rübenzuckerfabrik der Welt

Das Projekt Canal Sugar, die größte Rübenzuckerfabrik der Welt, bricht alle Rekorde. BMA spielt dabei eine wichtige Rolle. Wir liefern nicht nur die größte je gebaute Extraktionsanlage, sondern verantworten auch deren Integration in das Fabrikkonzept. In der ägyptischen Wüste, südwestlich der Stadt Minya, entsteht ein Agro-Industriekomplex der Superlative: ein gigantisches Anbaugebiet von ca. 76.000 ha für Zuckerrüben, Weizen und Mais – bewässert mit Grundwasser aus bis zu 200 m tiefen Brunnen.

Fabrik mit besonderem Grundriss

Im Zentrum steht die Rübenzuckerfabrik mit Raffinerie für eine Verarbeitung von nominal 72.000 t/Tag (erste Ausbaustufe: nominal 36.000 t/Tag) mit außergewöhnlichem Grundriss. Von Rübenwäsche bis Raffinerie werden alle Stationen hintereinander auf einer Grundfläche von 60 m Breite (reicht für vier Extraktionslinien nebeneinander) und bis zu 700 m Länge angeordnet.

Bei der Vergabe des Vorderbetriebs für die erste Ausbaustufe im März 2019 bekam BMA den Auftrag für die Lieferung von zwei Extraktionsanlagen mit je einer nominalen Rübenverarbeitung von 18.000 t/Tag. Um 750 t Rüben pro Stunde in einer Linie verarbeiten zu können, wird die weltweit größte Schnitzelmaische (Durchmesser 9 m; Länge 11 m) und der größte Extraktionsturm (Durchmesser 13,6 m; Extraktionslänge 26,68 m) aus massivem nichtrostendem Stahl gebaut.

Kunden- und lösungsorientiert

Wie schon oft in der Geschichte von BMA fordert der Kunde uns auch in diesem Projekt auf, den Standardweg zu verlassen und außerhalb gewohnter Bahnen zu denken. Projektinvestor und Chefdesigner Jamal Al-Ghurair, Managing Director von Al Khaleej Sugar Co LLC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, verlangt von allen Projektbeteiligten, Mut zu Neuem zu haben.

Nicht nur, dass die geforderte Verarbeitungsleistung neue Dimensionen für die Baugröße nötig machte. In der Planung sollten auch die Anzahl der Nebenausrüstungen (Pumpen, Wärmetauscher, Behälter, Transportelemente) und der Stahleinsatz minimiert werden. Die Konstruktion musste ein 15 Prozent größeres aktives Volumen als normalerweise üblich ermöglichen, und die Fertigung Zargen und andere Bauteile in mehreren Segmenten passgenau herstellen. Das Ziel: Transport, Montage und Inbetriebnahme von zwei Extraktionsanlagen bis zum Jahr 2021 zu ermöglichen.

Von der Produktionshalle bis zur Baustelle

Mit Hochdruck arbeitet BMA an der Fertigstellung der einzelnen Komponenten der Extraktionsanlage. Aufgrund des sehr großen Durchmessers müssen einige Zargen des Extraktionsturms bei der Fertigung in bis zu vier Segmente für den Transport aufgeteilt werden. Die Lieferung erfolgt von Braunschweig mit dem Schiff über einen Nordseehafen bis nach Alexandria und von dort per LKW auf die Baustelle.

 

Thomas Schulze