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Gut abgestimmt: die neue Taktfertigung von BMA

Qualitativ hochwertige Produkte, kurze Durchlaufzeiten, hohe Effizienz und Flexibilität – all das steht für eine moderne Fertigung. Und selbstverständlich: Termingenauigkeit.

Die Termintreue unserer Zentrifugen zu verbessern: Das stand im vergangenen Jahr auf unserer Prioritätenliste ganz weit oben. Im Jahr 2017 hatte BMA einen Rekordauftragseingang über 250 Zentrifugen erreicht – entsprechend groß war die Aufgabe.

Endmontage im 4/4-Takt

Wie wir bereits in der vergangenen BMA Info berichteten, haben wir uns intensiv mit den Arbeitsabläufen in der Endmontage unserer Zentrifugen auseinandergesetzt. Das Verbesserungspotenzial haben wir in ein neues Fertigungskonzept gegossen: Maßgebliche Aspekte für die Neustrukturierung waren neben der Er­höhung der Effizienz vor allem Verbesserungen in Ergonomie und Flexibilität.

Dabei haben wir uns entschieden, nicht nur die internen Prozesse zu optimieren, sondern auch die Montageplätze zu modernisieren. Im September 2018 war Spatenstich für den Umbau. Seit November 2018, also nur drei Monate später, verfügt BMA über eine moderne ­Endmontagelinie aufgebaut in vier Takten.

In jedem Takt haben wir Tätigkeiten zusammengefasst, die dann, von Takt zu Takt, aufeinander aufbauen. Wir haben alle bisherigen Arbeitsabläufe in Frage gestellt und, falls nötig, neu aufge­stellt. Für die Gruppierung der Tätigkeiten sowie die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung war es erforderlich, alle Arbeitsgänge in kleine Schritte herunterzubrechen.

Wir haben dazu ein Verfahren zur Analyse und Planung von Arbeitsabläufen eingesetzt: Methods-Time-Measurement, kurz MTM. Hierbei werden sämtliche Bewegungen von Menschenhand auf Grundbewegungen wie Greifen, Fügen oder Loslassen zurückgeführt. Ergänzt wird die Analyse um Bewegungselemente wie Gehen, Beugen / Bücken oder visuelle Kontrolle.

Zu allen Elementen sind in Tabellen em­pirisch ermittelte Zeiten hinterlegt. Der Aspekt der Zeit war uns wichtig, da der Erfolg der Taktfertigung auf den pünktlichen Einsätzen aller Beteiligten aufbaut – wie in einem Orchester.

In den Takten eins und zwei erfolgen der grundsätzliche Aufbau der Zentrifuge und der Anbau von Komponenten. Im dritten Takt wird die Maschine mit der elektrischen Ausrüstung komplettiert. Und in Takt vier ist der am Ende jeder Montage stehende Factory Acceptance Test (FAT) fester Bestandteil.

Lean Production – unsere Erfolgs­komposition

Der Weitertransport einer Zentrifuge von Takt zu Takt erfolgt per Kran. Um den unterschiedlichen Baugrößen von diskontinuierlichen Zentrifugen der E-Serie und kontinuierlichen Zentrifugen der K-Serie Rechnung zu tragen, ist die Montagelinie mit verfahrbaren Hubtischen ausgestattet. Angefangen von der Just-in-Time-Bereitstellung der Komponenten bis zur pünktlichen Übergabe an den Versand ist dies nun ein wirklich schlanker Produk­tionsprozess.

Über erste Erfolge können wir berichten: Im Jahr 2018 haben wir alle Zentrifugen pünktlich ausgeliefert. Dazu hat der optimierte Materialfluss in hohem Maße beigetragen. Im zweiten Schritt ist die Taktfertigung in der Endmontage zu etablieren – und damit die Durchlaufzeiten in unserer Zentrifugen-Fertigung spürbar zu verkürzen.

Und damit ist noch lange nicht Schluss: Im Jahr 2019 setzen wir weitere Moder­nisierungsmaßnahmen um, denn die Taktfertigung in der Endmontage ist nur ein Baustein unserer Fertigungsausrichtung für die Zukunft. Der gesamte Prozess wird zudem durch neue, hochmoderne Maschinen sowie Roboter unterstützt.

Silke Stiegert