Über alle Hürden hinweg

Rohrbündel-Fallfilmverdampfer ersetzt Konstruktion mit Plattenpaket

Im Dezember 2017 hat die Minn-Dak Farmers Cooperative in Wahpeton,­ Nord-Dakota, beschlossen, einen neuen Rohrbündel-Fallfilmver­dampfer ­für die erste Stufe zu kaufen. Das Ziel: bessere Betriebsbe­dingungen für die komplette Verdampferstation zu schaffen.

Zuvor war die erste Stufe mit Fallfilm-Plat­ten­paketen ausgestattet, die vor Jahren ­in einem alten Verdampfer installiert worden waren. Im Laufe der Zeit ließen sich die Beläge auf den Plattenpaketen ­immer schwerer entfernen. Solche Beläge bilden sich üblicherweise in langen ­Kampagnen mit einer Dauer von mehr als 250 Tagen.

Konzeptionell werden Fallfilmverdampfer mit niedriger Temperaturdifferenz zwischen Heizdampf und Brüden betrieben. Durch die Beläge vermindert sich der Wärmeübergang und es kommt zu Effizienz­verlusten, die sich nachteilig auf die Leistung auswirken. Ein weiteres ­Problem zeigt sich bei Veränderungen in der Auslastung, auf die der Verdampfer deutlich langsamer reagiert.

Komplett aus Edelstahl gefertigt

Der neue Fallfilmverdampfer von BMA hat eine Heizfläche von 7.000 m2 und besteht vollständig aus Edelstahl. Er wurde in den Werkstätten von BMA in Greeley, Colorado gefertigt. Die Konstruktion stammt von BMA Deutschland und entspricht dem ASME-Code. Auch den integrierten Prallflächenabscheider und den Saftverteiler lieferte BMA Deutschland.

Aufgrund der neuen USA-Einfuhrzölle für Stahl stellte sich Anfang 2018 die Beschaffung der erforderlichen Materialien als sehr schwierig dar. Es kam zu Verzögerungen. Um die Zeit wieder aufzuholen, arbeitete die Fertigung im Drei-Schicht-System. So konnten wir den Liefertermin einhalten.

Schritt für Schritt ins Ziel

Den Verdampferbehälter haben wir in zwei Teilen geliefert. Zur Installation einiger Rohre beim Kunden vor Ort wurde der Abschnitt mit der Heizkammer zeitweise in die Horizontale gelegt. Nach Einbau des unteren Teils wurde der Heizkammerabschnitt aufgerichtet, um beide Abschnitte zusammenzuschweißen.­ Danach wurden die restlichen Rohre montiert und eingewalzt. Nachdem der Saftverteiler installiert und der Verdam­pfer­dom aufgesetzt worden war, verlief die Wasserdruckprüfung erfolgreich.

Trotz diverser Hürden stand der Verdampfer rechtzeitig zum Beginn der Kampagne bereit. Seitdem läuft er zur vollsten Zufriedenheit von Minn-Dak Farmers Cooperative. Seine gute Eigenschaft, unmittelbar auf Veränderungen in der Prozessauslastung zu reagieren, erleichtert den Betrieb. Das trägt dazu bei, das Gleichgewicht in der gesamten Verdampferstation aufrechtzuerhalten.

 

Hans-Joachim Schmidt